Großbritannien könnte Soldaten in die Ukraine entsenden: Was der ehemalige Verteidigungsminister sagt.
Nach Angaben von ТСН: Während die weltweiten Führer über einen möglichen Friedensvertrag zwischen der Ukraine und Russland verhandeln, wird in London darüber diskutiert, wie fair ein solches Abkommen sein könnte. Großbritannien steht vor einer schwierigen Wahl: Ist es bereit, Garant für einen instabilen Frieden zu werden und seine Soldaten in eine Region zu senden, in der der Konflikt jederzeit erneut ausbrechen könnte?
Der ehemalige Verteidigungsminister Großbritanniens, Grant Shapps, äußert in seiner Kolumne seine Sicht zu dieser Situation.
„Abscheulicher“ Kapitulationsplan
Shapps kritisiert den sogenannten „Friedensplan“ des US-Präsidenten Donald Trump und hält ihn nicht für einen diplomatischen Schritt, sondern für eine Kapitulation unter dem Deckmantel eines Abkommens. Seiner Meinung nach sind die Vorschläge, die von der Ukraine verlangen, auf Territorien zu verzichten, militärische Macht einzuschränken und der NATO abzulehnen, „abscheulich“.
„Es bedarf eines besonderen kreativen Denkens, um das illegale Eindringen Putins zu betrachten und zu dem Schluss zu kommen, dass das wahre Problem darin besteht, dass Kiew nicht genug kapituliert hat“,
stellt Shapps ironisch fest.
Er behauptet, dass jedes Abkommen, das von dem Opfer verlangt, auf seine Interessen zugunsten des Aggressors zu verzichten, nur weiteren Druck des Diktators fördern werde. Seiner Meinung nach verhält sich Putin wie ein „Erpresser“, der neue Zugeständnisse fordert.
Drei Fragen für London
Im Falle eines Friedensabkommens steht Großbritannien vor der Frage, ob Friedenstruppen entsandt werden sollen. Shapps hebt drei Hauptpunkte hervor, die zu berücksichtigen sind.
1. Sollten Truppen überhaupt entsandt werden
Diese Frage hängt vom tatsächlichen Inhalt des Friedens ab. Shapps äußert Bedenken, dass Putin jede Waffenruhe für eine Aufrüstung nutzen könnte, wie nach der Annexion der Krim.
„Wenn das Abkommen Moskau zugutekommt, sollten wir sehr gut überlegen, bevor wir auch nur einen britischen Soldaten ins Zentrum des „Friedens“ entsenden, den Putin nicht einhalten will“,
betont der Ex-Minister. Großbritannien kann nicht zum Wächter einer politischen Illusion werden, die zum Scheitern verurteilt ist.
2. Hat Großbritannien genug Soldaten
Die Antwort auf diese Frage hängt vom Umfang der Mission ab. Shapps erwähnt seine Erfahrungen aus dem Jahr 2023 mit der Entsendung von Truppen im Kosovo und stellt fest, dass Großbritannien in der Lage ist, eine begrenzte Mission im Rahmen einer internationalen Koalition durchzuführen. Das liegt im Rahmen der Möglichkeiten der Armee.
Wenn es jedoch um eine langfristige Präsenz an einer neuen Trennlinie in Europa geht, wird die Situation komplizierter und eine solche Mission könnte die Ressourcen der britischen Streitkräfte erheblich belasten. Die Warnungen des Militärs über einen Mangel an Personal und Technik gewinnen an Dringlichkeit.
3. Woher das Geld nehmen
Diese Frage dürfte die schwierigste sein. Die britische Regierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, 2,5% des BIPs für Verteidigung auszugeben, mit der Perspektive auf eine Erhöhung auf 5%, um Trump zu beeindrucken und Putin einzudämmen. In der Praxis, wie Shapps anmerkt, „kein Wort darüber“.
Ohne stabile Finanzierung kann keine langfristige Anpassungsfähigkeit gewährleistet werden: Menschen, Technik, Munition und Logistik. Eine Friedensmission kann nicht allein auf Optimismus aufgebaut werden.
Fazit: Gefährliche Falle
Shapps fasst zusammen: Wenn der Friedensplan nur ein Versuch ist, die Kapitulation der Interessen eines demokratischen Landes „schön zu verpacken“, wäre die Entsendung britischer Soldaten dorthin ein großer Fehler.
„Wir sollten uns alle tief unwohl fühlen, wenn wir mutige Männer und Frauen Großbritanniens bitten, ein Abkommen zu verteidigen, das bereits fundamental die Grenzen der europäischen Demokratie verraten hat“,
schreibt er. Seiner Meinung nach ist eine solche Mission von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Es ist anzumerken, dass Valerij Zaluzhny glaubt, dass der Krieg in der Ukraine die Züge eines globalen Konfliktes annimmt. Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte betont, dass sich der Krieg je nach politischen Umständen verändert.
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