Münchner Sicherheitskonferenz: Warum es für die Ukraine weder Sicherheitsgarantien noch eine EU-Perspektive gab.
Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz
Nach Angaben von TSN.ua: Vom 14. Februar an diskutierten die Teilnehmer der 62. Münchner Sicherheitskonferenz über globale Sicherheitsfragen, das Verhältnis zwischen den USA und Europa sowie die Rolle Russlands und Chinas im Krieg gegen die Ukraine. Eröffnet wurde das Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz. Auch der amerikanische Außenminister Marco Rubio war vor Ort.
Ein zentraler Diskussionspunkt war die Rolle Chinas im russischen Angriffskrieg. Die europäischen Staaten suchen derzeit nach einem neuen Gleichgewicht in ihren Beziehungen zu Peking. Die große US-Delegation betonte hingegen, dass die USA Russland nicht als Bedrohung für Europa ansähen. Trotz der intensiven Gespräche blieben konkrete Zusagen für die Ukraine aus: Es gab weder Einigung auf wirksame Sicherheitsgarantien noch verbindliche Zusagen für einen EU-Beitritt.
Positionen und Äußerungen der Konferenzteilnehmer
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beharrt auf einem EU-Beitritt seines Landes im Jahr 2027. Der chinesische Außenminister Wang Yi sprach ebenfalls in München, bekräftigte aber nicht die territoriale Integrität der Ukraine. EU-Kommissarin Marta Kos betonte, man müsse den richtigen Weg für einen ukrainischen EU-Beitritt finden.
In den Debatten wurden die unterschiedlichen europäischen Haltungen deutlich. Ein europäischer General brachte es auf den Punkt: 'Jahrzehntelang haben die USA Europa Sicherheit und Russland Gas geliefert. Jetzt ist es Zeit, die Rechnung zu begleichen.' Ein litauischer Vertreter warnte: 'Wenn die Ukraine morgen nicht auf unserer Seite steht, müssen wir uns hinsetzen und eine Strategie gegen die Ukraine entwerfen.'
„Solange die Ukraine Europa verteidigt, ist die Gefahr für Europa selbst nicht allzu groß.“
- Wolfgang Ischinger
Der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte Bedenken gegenüber direkten Interventionen: 'Wenn wir heute eingreifen, übernehmen wir die Verantwortung für eine Eskalation.' Der lettische Außenminister Edgars Rinkēvičs verwies darauf, dass ein EU-Beitrittsdatum für die Ukraine von einem Friedensabkommen abhänge: 'Der Krieg wird nicht 2026 enden.' Die Konferenz zeigte somit die Komplexität der Sicherheitslage in einer zunehmend multipolaren Weltordnung.
Die Diskussionen spiegeln die wachsende Besorgnis Europas über die Sicherheitsarchitektur angesichts des Ukraine-Krieges und der Rolle globaler Mächte wider. Die entscheidenden Fragen – wie die Sicherheit der Region gewährleistet und die Ukraine in die EU integriert werden kann – bleiben offen. Dies unterstreicht den dringenden Bedarf an weiteren Verhandlungen und abgestimmten Strategien. Die Münchner Konferenz markiert einen wichtigen Moment in der Suche nach neuen Ansätzen für die globale Sicherheit.
Lesen Sie auch
- Was Putin von Selenskyj erfahren wollte: Ribatschuk über Abramowitschs Rolle bei den Gesprächen
- Putin räumt Schwierigkeiten der russischen Armee ein: „Es geht langsamer voran als erhofft“
- Bis zu 400.000 Griwna extra: Selenskyj kündigt Reform der Militärverträge und Gehaltserhöhungen an
- Neue Zahlungen für Soldaten angekündigt: So viel Geld erhalten Kämpfer künftig
- Ukrainischer Treffer 800 Kilometer tief in Russland: Selenskyj kündigt höhere Zulagen für die Armee an
- Die von Selenskyj verhängten Sanktionen zielen auf russische Richter und Medien – 29 Personen aufgelistet

