Putin greift bei Oligarchen in die Tasche: Russlands Haushaltsloch bei 90 Prozent.

Putin greift bei Oligarchen in die Tasche: Russlands Haushaltsloch bei 90 Prozent
Putin greift bei Oligarchen in die Tasche: Russlands Haushaltsloch bei 90 Prozent

Appell des Kreml an die Superreichen

Nach Angaben von TSN.ua: Angesichts einer dramatischen Schieflage der Staatsfinanzen hat Kremlchef Wladimir Putin die reichsten Unternehmer Russlands um Geldspenden für den Haushalt gebeten. Grund ist ein massives Defizit, das bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 mehr als 90 Prozent der für das gesamte Jahr veranschlagten Summe erreicht hat – eine direkte Folge des Krieges gegen die Ukraine.

Eine zentrale Ursache für die Misere sind die explodierenden Militärausgaben: Diese stiegen um 42 Prozent auf umgerechnet 13,1 Billionen Rubel. Bei einem Treffen mit den Geschäftsleuten wurde über mögliche Finanzhilfen für den Staat diskutiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow berichtete, dass

„einer der Teilnehmer des Treffens tatsächlich sagte, er halte es für notwendig, dem Staat eine sehr große Summe Geldes zur Verfügung zu stellen“
.

Reaktionen aus der Wirtschaft und neue Steuerpläne

Einige Oligarchen haben bereits reagiert: Der Milliardär Suleiman Kerimow erklärte sich bereit, 100 Milliarden Rubel zu zahlen. Auch der Metall-Tycoon Oleg Deripaska stimmte dieser „Aufforderung“ zu. Parallel dazu plant die Regierung folgende steuerliche Maßnahmen:

  • Eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf 22 Prozent für kleine und mittlere Unternehmen;
  • Die Einführung einer 10-prozentigen Übergewinnsteuer für große Konzerne;
  • Eine mögliche weitere Übergewinnsteuer noch in diesem Jahr, falls der Rubel weiter an Wert verliert.

Die angespannte Haushaltslage und die Reaktion der Wirtschaft auf die Forderungen der Behörden verdeutlichen die schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen, unter denen Russland aufgrund des anhaltenden Ukraine-Konflikts leidet.

Putins Hilferuf an die Wirtschaft sowie die geplanten Steuererhöhungen sind alarmierende Zeichen für die tiefen Probleme der russischen Volkswirtschaft, die durch die immensen Kriegskosten und westliche Sanktionen weiter verschärft werden. Um das wachsende Haushaltsloch zu stopfen, muss der Staat neue Einnahmequellen erschließen – was vor allem kleine und mittlere Unternehmen belasten und das gesamte wirtschaftliche Klima in Russland verschlechtern dürfte. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, drohen soziale Spannungen und wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung.


Lesen Sie auch

Werbung