Bodenmarkt in der Ukraine: Spitzenreiter beim Preis pro Hektar im Jahr 2026.

Bodenmarkt in der Ukraine: Spitzenreiter beim Preis pro Hektar im Jahr 2026
Bodenmarkt in der Ukraine: Spitzenreiter beim Preis pro Hektar im Jahr 2026

Das Gesetz zur Öffnung des Bodenmarktes

Nach Angaben von Novyny.live: Nach einem 20-jährigen Moratorium wurde in der Ukraine der Markt für landwirtschaftliche Flächen geöffnet – ein bedeutender Reformschritt. Am 31. März 2020 verabschiedete das ukrainische Parlament das Gesetz Nr. 552-IX, das den Kauf und Verkauf von Agrarland legalisierte. Die ersten Transaktionen starteten im Juli 2021, damals lag der Durchschnittspreis bei 95.700 Griwna pro Hektar. Zum Ende des Jahres 2021 war dieser Wert jedoch auf 33.700 Griwna pro Hektar gesunken.

Preisentwicklung für Ackerland in der Ukraine von 2021 bis 2026

Ende März 2026 beträgt der durchschnittliche Hektarpreis rund 69.800 Griwna. Die regionalen Unterschiede sind erheblich:

  • Oblast Lwiw – etwa 179.000 Griwna pro Hektar
  • Oblast Iwano-Frankiwsk – 153.000 Griwna pro Hektar
  • Oblast Kiew – 102.000 Griwna pro Hektar
  • Oblast Ternopil – 92.700 Griwna pro Hektar
  • Oblast Cherson – 35.200 Griwna pro Hektar
  • Oblast Donezk – rund 39.000 Griwna pro Hektar
  • Oblast Mykolajiw – 43.100 Griwna pro Hektar
  • Oblast Sumy – 43.400 Griwna pro Hektar

Auswirkungen des Krieges auf den ukrainischen Bodenmarkt

Der Krieg in der Ukraine hat den Bodenmarkt stark beeinflusst. Besonders drastisch war der Einbruch im Mai 2022, als lediglich 323 Kaufverträge abgeschlossen wurden. Im Jahr 2023 stabilisierte sich die Lage jedoch: Monatlich wurden zwischen 4.000 und 7.000 Transaktionen registriert. Seit dem 1. Januar 2024 dürfen auch juristische Personen Land erwerben, wobei die Obergrenze bei 10.000 Hektar liegt. Ab dem Frühjahr 2024 stieg die monatliche Zahl der Geschäfte auf über 9.000, und das Marktvolumen erreichte mehr als eine Milliarde Griwna pro Monat. Ukrainische Bürger können ebenfalls bis zu 10.000 Hektar Agrarland kaufen.

Die Öffnung des Bodenmarktes markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Reform des Agrarsektors, auch wenn der Krieg erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Die starken regionalen Preisunterschiede verdeutlichen, wie uneinheitlich der Markt ist – er entwickelt sich unter völlig neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter.

Dieser Schritt ist entscheidend für die Zukunft der Landwirtschaft und das Interesse von Investoren. Der Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der inneren Stabilität des Landes und der Fähigkeit der Marktteilnehmer ab, sich an die veränderten Gegebenheiten anzupassen. Angesichts der Preisschwankungen und der Kriegsfolgen wird die weitere Entwicklung des Bodenmarktes sowohl von nationalen als auch von globalen wirtschaftlichen Faktoren bestimmt. Die Lage auf diesem Markt könnte in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Gradmesser für die gesamte wirtschaftliche Stabilität der Ukraine werden.


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