EU und Indien schließen historisches Freihandelsabkommen: Ein neuer Wirtschaftsraum für zwei Milliarden Menschen entsteht.
Ein Meilenstein für die Handelsbeziehungen
Nach Angaben von UATV: Am 27. Januar 2023 unterzeichneten die Europäische Union und Indien ein Freihandelsabkommen, das die wirtschaftliche Landkarte nachhaltig verändern könnte. Noch muss das Europäische Parlament zustimmen und Indien ratifizieren, doch die Weichen für einen der größten Handelsräume der Welt sind gestellt. Das Abkommen sieht vor, Zölle abzubauen und neue Export- und Importchancen zu eröffnen. Prognosen zufolge könnte sich der Export europäischer Waren nach Indien bis 2032 verdoppeln.
Das Handelsvolumen zwischen Indien und der EU beträgt bereits heute mehr als 180 Milliarden Euro pro Jahr. Ein besonders drastischer Zollabbau ist für die Automobilindustrie geplant: Die Einfuhrzölle auf europäische Autos sollen von 110 Prozent auf 10 Prozent sinken. Indien, mit einem Bruttoinlandsprodukt von 3,5 Billionen US-Dollar, ist ein zentraler globaler Wirtschaftsakteur. Rund 800.000 Arbeitsplätze in der EU hängen vom Handel mit dem südasiatischen Land ab.
Strategische Partnerschaft in unsicheren Zeiten
Die politischen Führungen beider Seiten betonen die historische Bedeutung des Vertrags. Der indische Premierminister Narendra Modi erklärte:
'Dieses Abkommen wird unzählige Möglichkeiten für 1,4 Milliarden Inder und Millionen Menschen in ganz Europa eröffnen.' - Narendra Modi
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, ergänzte: 'Wir schaffen einen Markt für zwei Milliarden Menschen.' Auch der portugiesische Premierminister António Costa hob die strategische Partnerschaft zwischen der EU und Indien vor dem Hintergrund globaler Umwälzungen hervor.
Experten verweisen auf die komplexen wirtschaftlichen Verflechtungen in einer multipolaren Welt. So merkte der Analyst Scott Bessent an, dass 'die Europäer ein Handelsabkommen mit Indien unterzeichnet haben, und um es klar zu sagen: Russisches Öl gelangt nach Indien, wird dort verarbeitet, und die Raffinerieprodukte kommen dann auf den Markt.' Das Abkommen hat das Potenzial, die wirtschaftlichen Bindungen zu festigen und neue Geschäftsfelder in beiden Regionen zu erschließen.
Insgesamt markiert das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien einen entscheidenden Schritt in den Wirtschaftsbeziehungen. Der Abbau von Handelshemmnissen, insbesondere in Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie, dürft den bilateralen Handel ankurbeln und Investitionen fördern. Dies kann sich positiv auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum auswirken. In einer Zeit geopolitischer Spannungen unterstreicht der Pakt zudem die wachsende Bedeutung strategischer Allianzen jenseits traditioneller Blöcke.
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