Zum 72. Geburtstag von Wiktor Juschtschenko: Stationen eines prägenden Präsidenten.
Ein Geburtstag für die Geschichtsbücher
Nach Angaben von Novyny.live: Am 23. Februar 2026 begeht Wiktor Juschtschenko seinen 72. Geburtstag. Der ehemalige Staatschef, geboren am 23. Februar 1954 im Dorf Choruschowka in der Oblast Sumy, blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Seine Mutter Warwara Tymofijiwna war Lehrerin für Mathematik und Physik, sein Vater Andrij Andrejowytsch kämpfte im Zweiten Weltkrieg. Nach der Schule leistete Juschtschenko seinen Wehrdienst bei den Grenztruppen an der sowjetisch-türkischen Grenze ab.
Vom Bankier zum Präsidenten
Seinen beruflichen Aufstieg begann Juschtschenko im Finanzwesen. 1993 übernahm er den Vorsitz der Nationalbank der Ukraine. Unter seiner Ägide wurde vom 2. bis 16. September 1996 die nationale Währung, die Hrywnja, eingeführt. 1999 stieg er zum Premierminister auf. Drei Jahre später zog seine politische Kraft bei der Parlamentswahl stärker ins Parlament ein als die Kommunistische Partei der Ukraine.
Das Jahr 2004 wurde zu einem Schicksalsjahr: Während des Präsidentschaftswahlkampfs erlitt Juschtschenko im September eine Dioxinvergiftung, die eine Behandlung in der Wiener Rudolfinerhaus-Klinik notwendig machte. Trotz dieses schweren Anschlags wurde er am 23. Januar 2005 als Präsident vereidigt – ein historischer Moment für die junge ukrainische Demokratie. Seine Präsidentschaft war geprägt von entschlossenen, teils umstrittenen Weichenstellungen.
Zu den markantesten Entscheidungen seiner Amtszeit zählen:
- Die Auflösung des Parlaments (Werchowna Rada) im Jahr 2007 – ein bis dahin beispielloser Schritt in der unabhängigen Ukraine.
- Die Annäherung an die NATO: 2008 stand die Ukraine kurz vor einem Aktionsplan für eine Mitgliedschaft, was Juschtschenkos Westkurs unterstrich.
- Sein gescheiterter Wiederwahlversuch im Jahr 2010, der das Ende seiner Präsidentschaft markierte.
Nach seiner Zeit an der Staatsspitze gründete er die Allukrainische öffentliche Organisation 'Strategische Initiativen', die sich der Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte widmet. Damit setzt er sein Engagement außerhalb der direkten Regierungsverantwortung fort. Juschtschenko bleibt eine zentrale, wenn auch umstrittene Figur der postsowjetischen ukrainischen Politik.
Wiktor Juschtschenko prägte als Präsident maßgeblich die politische Identität der modernen Ukraine und trieb ihre Annäherung an europäische Strukturen voran.
Sein Wirken, insbesondere während der Orangenen Revolution, hat tiefe Spuren in der Geschichte des Landes hinterlassen. Sein 72. Geburtstag ist ein Anlass, an seinen Beitrag zum demokratischen Aufbau und den pro-europäischen Kurs der Ukraine zu erinnern. Seine Biografie spiegelt die turbulenten Transformationsjahre der Nation wider.
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