Expertenanalyse: Warum Russland und China Irans Atomwaffen nicht wirklich wollen.
Strategisches Schachspiel um das iranische Atomprogramm
Nach Angaben von UATV: Nach Einschätzung des Experten Wjatscheslaw Lichatschow nutzen Russland und China die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm vor allem als Mittel, um diplomatischen Druck auf die USA auszuüben. Beide Mächte kritisieren zwar öffentlich das Vorgehen Washingtons, haben aber in Wirklichkeit kein Interesse daran, einen atomar bewaffneten Iran zu unterstützen. Ihr eigentliches Ziel ist es, die Position der Vereinigten Staaten auf der internationalen Bühne zu schwächen.
Am 8. Februar 2023 wies Lichatschow darauf hin, dass die jüngsten Gespräche zwischen Russland, China und dem Iran sowie die Beteiligung der USA an militärischen Ereignissen im Juni 2022 von Moskau und Peking vor allem als Vorwand für ihre Amerika-Kritik dienen. Peking habe damals eine besonders scharfe Erklärung abgegeben und behauptet, das Handeln der USA gefährde die nukleare Sicherheit in der Region. Diese Rhetorik ist Teil eines größeren geopolitischen Machtspiels.
«Russland unterstützt im Grunde die amerikanischen Bemühungen, zu verhindern, dass unberechenbare Regime wie der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen.»
Wjatscheslaw Lichatschow
Historische Parallelen und wahre Interessen
Lichatschow betonte, dass weder Moskau noch Peking ein echtes Interesse an einem iranischen Atomstaat haben. Dies sei keine neue Haltung: Bereits vor rund 20 Jahren hätten Wladimir Putin und George W. Bush jr. die iranische Nuklearfrage erörtert. Die aktuelle Situation zeigt, wie langfristige strategische Interessen oft hinter der öffentlichen Konfrontationsrhetorik verborgen bleiben.
Die Verhandlungen Russlands und Chinas mit dem Iran spiegeln somit eine komplexe außenpolitische Strategie wider, die darauf abzielt, den amerikanischen Einfluss in der Region zurückzudrängen. Sie dienen weniger der nuklearen Abrüstung als vielmehr der eigenen Machtdemonstration.
Insgesamt unterstreicht diese Lage die Vielschichtigkeit der globalen Diplomatie, in der Großmächte bestehende Konflikte instrumentalisieren, um ihre Positionen zu stärken. Das Ringen um das iranische Atomprogramm ist damit nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern vor allem ein Schauplatz für den Wettstreit der globalen Mächte – mit potenziell weitreichenden Folgen für die regionale und internationale Stabilität.
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