Gewalt gegen Ex-Politgefangenen: Baluch bei Einberufungsbehörde in Kiew attackiert – Polizei ermittelt.

Gewalt gegen Ex-Politgefangenen: Baluch bei Einberufungsbehörde in Kiew attackiert – Polizei ermittelt
Gewalt gegen Ex-Politgefangenen: Baluch bei Einberufungsbehörde in Kiew attackiert – Polizei ermittelt

Vorfall um Wolodymyr Baluch

Nach Angaben von TSN.ua: In Kiew ist es zu einem gewaltsamen Übergriff auf den früheren politischen Häftling Wolodymyr Baluch gekommen. Nach eigenen Angaben wurde er in der territorialen Einberufungsbehörde (TCC) im Rajon Schewtschenko zusammengeschlagen. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Baluch, ein bekannter Aktivist von der Krim, machte sich durch seinen Widerstand gegen die russische Besetzung der Halbinsel einen Namen.

Der Vorfall ereignete sich im Anschluss an Baluchs Festnahme, die nach der Gerichtsverhandlung gegen Roman Tscherwinsky erfolgte. Baluch berichtet, er habe Prellungen am Brustkorb und an der Schulter davongetragen. Er erklärte:

„Der Staatsanwalt im Fall Tscherwinsky hat eine Anzeige gegen mich erstattet – angeblich hätte ich ihn mit Schimpfwörtern beleidigt. Daraufhin wurde ich zur Vernehmung in die Polizeidienststelle des Rajons Petschersk vorgeladen.“ – Wolodymyr Baluch

Baluch ist als Schwerbehinderter der Gruppe II eingestuft und trägt eine Metallplatte im Schädel – was die Schwere seiner Situation zusätzlich unterstreicht.

Menschenrechtliche Aspekte

Die städtische Einberufungsbehörde von Kiew gibt an, Baluch sei als Verletzer der Wehrpflicht vorgeführt worden, da er seit dem 27. Juni 2025 zur Fahndung ausgeschrieben war. Baluch war im September 2019 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs in die Ukraine zurückgekehrt, und bereits im September 2020 wurde er brutal zusammengeschlagen. Dieser neue Vorfall hat öffentliche Empörung ausgelöst. Wolodymyr Arjew kommentierte die Situation mit den Worten:

„Einen Helden des Widerstands gegen die russische Besetzung der Krim, den ehemaligen Gefangenen des Putin’schen Faschismus, Wolodymyr Baluch, haben sie in der Schewtschenko-Einberufungsbehörde in Kiew verprügelt.“ – Wolodymyr Arjew

Die Kiewer Polizei prüft derzeit die genauen Umstände des Vorfalls in der TCC. Eine gründliche Aufklärung ist nötig, um alle Hintergründe zu beleuchten, die zu den Misshandlungen Baluchs geführt haben. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die angespannte Menschenrechtslage in der Ukraine, insbesondere im Umgang mit Personen, die sich gegen die russische Aggression engagieren. Angesichts früherer Attacken auf Baluch und seines Status als Ex-Politgefangener dürften weitere Fragen zur Sicherheit von Aktivisten und deren Interaktion mit staatlichen Stellen aufkommen. Die polizeilichen Ermittlungen werden ein entscheidender Schritt sein, um Gerechtigkeit zu gewährleisten und den Schutz der Menschenrechte im Land zu stärken.


Lesen Sie auch

Werbung